Zusammenfassung
Das Positionspapier, das aus einer Zusammenarbeit der Gaia-X-Domänen Smart City / Smart Region, Öffentlicher Sektor und Energie hervorgegangen ist, beleuchtet die dringende Notwendigkeit und das Konzept von kommunalen Datenräumen. Es legt dar, dass moderne kommunale Aufgaben wie Klimaschutz, Mobilität und Energieversorgung einen sicheren und strukturierten Datenaustausch erfordern, der über die Grenzen der eigenen Verwaltung hinausgeht. Hierfür wird das Konzept des „Datenraums“ als eine föderierte, offene Infrastruktur für souveränen Datenaustausch vorgestellt, die auf gemeinsamen Regeln und Standards basiert. Das Dokument grenzt diesen Ansatz klar von reinen Datenplattformen ab: Während Plattformen Daten oft zentral speichern, ermöglichen Datenräume den sicheren Austausch zwischen verschiedenen Organisationen, ohne die Daten selbst zu speichern, wodurch die Datensouveränität gewahrt bleibt.
Als zentrales strategisches Werkzeug zur Konzeption und Entwicklung solcher Datenräume wird das „Data Space Canvas“ präsentiert. Dieses Hilfsmittel soll Kommunen dabei unterstützen, die komplexen Aspekte eines Datenraums strukturiert zu erfassen und ein passendes Betreibermodell zu entwickeln. Das Canvas gliedert sich in vier wesentliche Bereiche: das Wirkungsversprechen, das den konkreten Mehrwert und die Zielgruppen definiert; die Struktur der Betreiber und Partner, die den Datenraum gestalten und nutzen; die Governance, die Regeln und Prozesse für die Zusammenarbeit festlegt; und die Nachhaltigkeit, die soziale, ökonomische und ökologische Aspekte berücksichtigt.
Um die praktische Anwendung zu verdeutlichen, analysiert das Papier zwei konkrete Anwendungsfälle: das kommunale Nachhaltigkeitsmonitoring der Stadt Oldenburg, das sich in der Anfangsphase befindet, und den fortgeschrittenen, branchenübergreifenden Use Case „energy data-X“ zum Flexibilitätsmanagement im Energiesektor. Zusammenfassend bietet das Papier somit sowohl eine theoretische Grundlage als auch eine praktische Anleitung für die Schaffung interoperabler und souveräner Datenökosysteme im kommunalen Umfeld.
Dieses Positionspapier soll damit Kommunen als Wegweiser dienen, die den Weg zu einem souveränen und wertschöpfenden Datenökosystem einschlagen. Es schafft durch Begriffsdefinitionen und die Abgrenzung essenzieller Konzepte wie Datenplattformen und Datenräume eine fundierte Grundlage für die strategische Planung und eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Partnern. Darüber hinaus stellt es mit dem Data Space Canvas ein unmittelbar anwendbares, methodisches Werkzeug bereit, das Kommunen auf ihrer Reise hin zu einem eigenen Datenraum strukturiert begleitet. Dieses Canvas ermöglicht es, alle relevanten Aspekte – vom Wirkungsversprechen über Nutzen-, Betreiber- und Governance-Fragen bis hin zur Nachhaltigkeit – systematisch zu durchdenken und zu gestalten.
Somit ist das Papier nicht nur eine Informationsquelle, sondern ein praktischer Leitfaden, der Kommunen befähigt, ihre Initiativen für den Datenaustausch fundiert zu konzipieren und erfolgreich in die Tat umzusetzen.
Verfasst von
Matthias Brucke, embeteco GmbH & Co. KGDr.
Volker Flegel, Celron GmbH
Dr. Pierre Gras, Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung Hamburg
Anna-Lena Meiners, Civitas Connect e. V
Ulrich Nägele, MVV Energie AG
Malte Schulz, Stadt Oldenburg
Falk Toeppel, d-fine GmbH
Joachim Schonowski, Stadtwerke Lübeck
Winnie Schöngut, acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften
Tina Siegfried, Dataport AöR
Oliver Warweg, Fraunhofer IOSB-AST
